Philosophie der therapeutischen Praxis

Erscheint demnächst: Behfeld, M.; Sinapius, P. (2021): Kritik und Philosophie der therapeutischen Praxis. Handbuch Künstlerischer Therapien. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

9783525407790xl

Das Handbuch Künstlerischer Therapien besteht aus 13 Diskursen, die in zwei aufeinanderfolgenden Teilen systematisch die theoretischen Grundlagen der Künstlerischen Therapien in den Blick nehmen: Teil 1 versteht sich als Kritik der therapeutischen Praxis, Teil 2 als Philosophie der therapeutischen Praxis. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit den Fragen: Ist vor dem Hintergrund handlungstheoretischer Überlegungen eine kausale Verknüpfung von Therapieziel und therapeutischer Intervention möglich? Was ist einem diagnostischen Blick überhaupt zugänglich und wie verändert der Blick seinen Gegenstand? Wie funktioniert Sprache in der Therapie und welchen Einfluss hat sie auf das therapeutische Geschehen? Welche Rolle spielen Selbsterfahrungspraktiken in der Therapie und mit welchem Verständnis von Gesundheit und Krankheit gehen sie einher? Und schließlich: Wie verhalten sich künstlerische Praktiken zu therapeutischen Praktiken und wie lässt sich ihr Zusammenhang begründen? Der zweite Teil des Buches geht den Fragen nach: Was passiert, wenn eine Grenze zwischen Kunst- und Lebensräumen gezogen, überschritten oder aufgelöst wird? Wie verhalten sich soziale Interaktionen und zwischenmenschliche Kommunikationsprozesse zu den an ihnen beteiligten Medien? Wie ist es möglich, sich künstlerisch auszudrücken und was ereignet sich an der Schnittstelle von Wahrnehmen und Darstellen? Welche Rolle spielen ästhetische Urteile in der künstlerischen Praxis und inwieweit lassen sie sich zum produktiven Ausgangspunkt für ideologiekritische Reflexionen nehmen? Wie ist es möglich, über Bilder zu sprechen? Und vor allem: Wie kann ein performatives Kunstverständnis zum Fundament der therapeutischen Praxis werden? Das Buch bewegt sich damit an der Schnittstelle zwischen künstlerischen und therapeutischen Praktiken und bringt sie aus einer philosophischen, anthropologischen und ästhetischen Perspektive in einen Zusammenhang. Das Handbuch ist sowohl für Therapeuten interessant, die sich als Künstler verstehen und mit genuin künstlerischen Mitteln arbeiten als auch für Therapeuten, die in ihrer Praxis Vorgehensweisen aus den Künsten einen Stellenwert einräumen, ohne sich selber ausdrücklich als Künstler zu verstehen. Mit dem Handbuch formulieren wir keinen geringeren Anspruch, als einen Paradigmenwechsel in den Künstlerischen Therapien zu vollziehen.