Sammeln, Reflektieren, Integrieren: Ein kunstanaloges Experiment

Aus dem Epilog für ein Handbuch über komplementäre künstlerische Strategien:

“Ein Handbuch für Bildungs- und Veränderungsprozesse, wie das hier vorliegende, das ergebnisoffenen und kunstanalogen Strategien den Vorzug gibt, steht vor der Herausforderung etwas zu tun, was seiner eigenen Philosophie entgegenstrebt: etwas methodisch verfügbar zu machen, was sich gerade dadurch auszeichnet, dass es keiner vorgegebenen Methodik und Choreografie folgt.

Ich möchte im Folgenden versuchen, für die hier versammelten künstlerischen Strategien einen erkenntnistheoretischen Zusammenhang anzudeuten, in dem sie nicht als methodisch abgesichertes Instrumentarium in Erscheinung treten, sondern als Möglichkeiten sich wahrnehmend auf die Welt zu beziehen, die ihrerseits darstellbar und begründbar sind.

Ich werde das Schreiben dieses Prologs als kunstanalogen Prozess auffassen und ihn daher zum Anlass nehmen, nicht nur den erkenntnistheoretischen Rahmen auszuleuchten, in dem wir uns bewegen, wenn wir künstlerische Strategien in Entwicklungs- und Bildungsprozessen nutzen, sondern den Prozess seiner Entstehung zeitgleich zu reflektieren, um empirisches Material zu gewinnen, das jene Handlungsstrategien sichtbar macht, denen er sich verdankt. Das Ergebnis ist dann nicht nur ein möglicher erkenntnistheoretischer Rahmen, sondern die Denkbewegung an sich, an der der Leser Anteil nehmen kann.”

aus: Mirjam Strunk, Sandra Freygarten (2017): Komplementäre künstlerische Strategien Ein Handbuch für Künstlerinnen, Berater und Multiplikatoren in Veränderungs- und Bildungsprozessen. ISBN: 9783745069280. Seiten: 180. Hamburg, Potsdam, Berlin: HPB University Press.