Bin ich ein Terrorist?

Ich bin ein bißchen durcheinander: Wer ist eigentlich ein Faschist? Wer ist ein Extremist oder Terrorist? Naja, könnte man denken: Ein Faschist ist halt jemand, der faschistische Überzeugungen vertritt, ein Extremist vertritt extremistische und ein Terrorist verbreitet Terror.

Jetzt wird die Antifa in den USA und nachfolgend wahrscheinlich auch in Ungarn und in den Niederlanden zur Terrororganisation erklärt.

Das Absurde ist, dass eine Bewegung als terroristisch und demokratiefeindlich eingestuft wird, die gegen staatlichen Terror kämpft und die Demokratie verteidigen will.

Die Banalität des Bösen

Es ist wie aus einem Drehbuch zur Abschaffung der Demokratie: Die Ermordung des ultrarechten Influencers Charlie Kirk am Mittwochabend nehmen die die Vertreter der Rechten zum Vorwand, die von ihnen als „linksextrem“ bezeichneten Gruppen, darunter auch Demokraten, für die Herstellung einer gewaltbereiten Atmosphäre verantwortlich zu machen und ins Visier zu nehmen. Dabei sind es die Rechten, die, wie auch Kirk, gegen Minderheiten hetzen und sie zum Freiwild machen.

Es geht nicht um Leistung. Es geht um Kultur!

Der Spruch „Leistung muss sich wieder lohnen!“, kommt wie eine Selbstverständlichkeit daher. Klingt fast so, wie: „Arbeit macht frei!“ oder: „Ist doch nicht immer Wochenende!“

In Wirklichkeit ist er das Transportmittel für eine diskriminierende Kultur, die sich gegen sozial benachteiligte Menschen und Minderheiten richtet. Friedrich Merz macht ihn schließlich zu einer finanzpolitischen Unausweichlichkeit: „Wir können uns diesen Sozialstaat nicht mehr leisten!“

Wer bin ich?

Als Kind hatte ich noch keine Ahnung von den Prüfungen, die ich zu bestehen haben würde. Aber ich wusste, wie das ist, die Welt zu entdecken — mit den eigenen Händen. So, wie Kinder das eben machen.

Dann kam ich in die Schule und musste lernen, still zu sitzen. Das war nichts für mich. Ich fiel durchs Raster, flog irgendwann von der Schule und bekam zum Abschied ein vernichtendes Zeugnis.

Warum Menschen keine Fische sind

Man kann sich zu recht fragen, warum in Deutschland rechtsradikale Positionen wieder diskursfähig werden. Warum wir offenen Auges auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Oder warum es in den USA keinen Aufstand gegen einen Präsidenten gibt, der die Demokratie abschafft…

Widerstand bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Für den Philosophen Hans Blumenberg war die Strommetapher in ihrer umgekehrten Bedeutung – als ein Schwimmen mit dem Strom – ein Kennzeichen der modernen Gesellschaften, „sich naturgemäß und sachgerecht zu verhalten“, um sich effektiv die Natur einzuverleiben und sie sich zu unterwerfen. Wer mit dem Strom schwimmt, wird eins mit dem Medium, in dem er sich bewegt. Er bewegt sich wie ein Fisch im Schwarm.

„Invisible People“

Als ich die Hasstiraden von Trump auf die Obdachlosen hörte, musste ich daran denken, wie ich während meiner Studienzeit in San Francisco Obdachlose gemalt hatte. Ich hatte ihnen in die Augen geschaut. Jemand, der hasst, der macht das nicht.

Gehasst wird ungenau. Am besten gedeiht Hass auf der Basis von Stereotypen und Vorurteilen. Das Objekt des Hasses kann ihnen nicht entgehen.