„…überlassen Sie dieses Land nicht den Schreihälsen und den Algorithmen…“

Das war eine bemerkenswerte Rede von Michel Abdollahi beim “Prozess gegen Deutschland” im Thalia-Theater. Er fragte: „Wer ist der eigentliche Hauptangeklagte heute Abend? Ich sage Ihnen: Es ist die Bequemlichkeit der sogenannten Mitte… Wir haben geglaubt, die Demokratie sei ein Erbe, dass man einfach nur im Tresor liegen lassen muss…“.

Die Rhetorik der Populisten

Unter dem Titel „Prozess gegen Deutschland“ debattierten in den vergangenen Tagen rund 30 Expert*innen unter der Regie von Milo Rau auf der Bühne des Thalia Theaters über ein mögliches AfD-Verbot.

Unter den Rednern war auch Kolumnist Harald Martenstein. Die Rede hätte er sicher auch unter stürmischen Beifall auf einem einem AfD-Parteitag halten können. Die rechten Medien waren jedenfalls begeistert.

Er beherrscht ihre Rhetorik:

Wikipedia hat Geburtstag

Heute wird Wikipedia 25 Jahre alt. Im deutschsprachigen Raum gab es Wikipedia zum ersten Mal am 16. März 2001.

Im April 2008 habe ich auf Wikipedia meine ersten Artikel verfasst. Nichts von dem, was ich geschrieben habe, blieb ungeprüft. Jede*r konnte Korrekturen anbringen und meine Quellen prüfen. Das einzige Ziel war, eine transparente Informationsquelle zu schaffen, die nicht sekundäre Interessen verfolgt, sondern abbildet, was zu dem betreffenden Lemma gewusst wird.

Wie man den Trump zum Gärtner macht

Um Grönland zu annektieren, schließt Trump ein militärisches Vorgehen nicht aus: “We do need Greenland, absolutely!” Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärt, der Einsatz des US‑Militärs sei „immer eine Option“.

Jetzt wird diplomatisch an einer Legende gestrickt, damit die NATO nicht als Verlierer dasteht. Der Spieß wird einfach umgedreht.

Krieg oder Frieden

Trump hat nicht nur ein Land überfallen, sondern kontrolliert auch den öffentlichen Diskurs, der darüber entbrannt ist: Nicolás Maduro sei ein Diktator. Wer ihn entmachtet, tut was Gutes. Völkerrecht hin oder her. Ist halt ein moralisches Dilemma!

Ich behaupte: Trump interessiert sich genauso wenig für Maduro, wie er sich für Demokratie interessiert. Die Festnahme von Maduro eignet sich aber als moralischer Blankoscheck.

Solange man sich an seiner Propaganda abarbeitet, hat Trump seinen Punkt gemacht. Er beherrscht die Debatte. In ihrem Schatten zerstört Trump nicht nur die Demokratie im eigenen Land, er betreibt weiterhin seine expansive Machtpolitik.

Du musst dein Ändern leben!

Wer schon einmal aus Mehl und Wasser Sauerteig gemacht hat, der weiß, dass sich nur unter bestimmten Bedingungen wilde Hefen entwickeln können, die den Teig zum Gären bringen. Wenn diese Bedingungen stimmen, kann der Teig wachsen und gedeihen — kurz: er kann „sein Ändern leben“. Wenn die Bedingungen nicht stimmen, fällt er in sich zusammen und beginnt zu stinken. Dann ist er gewissermaßen tot.