Voigt und H*cke: „Gehn wir zu dir oder gehn wir zu mir?“

Das „Duell“ zwischen Voigt und H*cke findet am Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald statt. Das Internationale Auschwitz Komitee äußert sich entsetzt: „Die Entscheidung des Thüringer CDU-Vorsitzenden, einer der bekanntesten Galionsfiguren rechtsextremer Hetze in Europa ausgerechnet an diesem Gedenktag einen weithin beachteten Auftritt zu ermöglichen, mutet Überlebenden des Holocaust politisch völlig instinktlos und makaber an.“

“Küßt die Faschisten”

Alice Weidel im Sommerinterview, Tino Chrupalla bei Markus Lanz, Björn Höcke im geplanten „TV-Duell“ mit Mario Voigt: Wie “normal” ist die AfD inzwischen?

Heißt es bald in der nächsten Talk-Show: “Guten Abend, Herr Höcke! Schön, dass Sie da sind! Freue mich sehr!”?

Kurt Tucholsky hat 1931 die politische Stimmung zu seiner Zeit und den verharmlosenden Umgang mit den Faschisten mit einem bitterbösen Gedicht kommentiert: „Rosen auf den Weg gestreut“.

„High Hitler“ – Cannabis und die „Volksgesundheit“

Das glaube ich jetzt nicht: Alice Weidel sagt, sie komme aus einer ostwestfälischen Hanf-Plantagen-Dynastie: „Ja, wir…meine Freunde haben das in der Schule selber angebaut.“ Mehr sagt sie nicht.
Merz hat es auch zugegeben.
Lauterbach hat wahrscheinlich noch nie gekifft, der nimmt ja noch nicht einmal Salz ins Essen.
Und Söder? Der säuft Bier.

Im Ernst: Die Debatte um die Legalisierung von Cannabis ist an Scheinheiligkeit kaum zu übertreffen: Die AfD ist dagegen, Merz hat angekündigt, eine von ihm geführte Regierung würde das Gesetz rückgängig machen und Söder verleiht dem Widerstand gegen das Gesetz eine nationale Tragweite…

Gerechter Zorn

In Erinnerung an das Theresienstädter Requiem 1944

Zwischen 1941 und 1945 wurden in Theresienstadt etwa 141.000 Menschen eingesperrt, darunter 70.000 alte Menschen und 15.000 Kinder. Es war eine Art Durchgangslager, von dem aus etwa 88.000 Häftlinge nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager wie Treblinka, Majdanek oder Sobibor gebracht und dort ermordet wurden. Unter ihnen war auch Josef Bor, der als Einziger seiner Familie die Shoah überlebte. Sein Freund, der tschechisch-jüdische Dirigent Rafael Schächter, hatte 1944 in Theresienstadt Verdis Requiem, eine katholische Totenmesse, mit Jüdinnen und Juden, die den Tod vor Augen hatten, zur Aufführung gebracht. Davon handelt die Novelle „Theresienstädter Requiem“, die Josef Bor 1963 veröffentlichte.

„Der Blick von Nirgendwo“

„Dem Klimawandel positiv begegnen“, so sind die programmatischen Ergüsse der A*D über den Klimawandel überschrieben. Bereits dieser Satz ist geeignet, die Wirklichkeit auf den Kopf zu stellen, weil er objektive Tatbestände zum Gegenstand subjektiver Auslegung macht. Wie aber verhalten sich subjektive Erfahrungen und objektive Tatbestände?

Kein Blick zurück

„Demokratie wird überschätzt“, ist die die Kolumne in der FAZ von Rainer Hank überschrieben. Sein Kollege Thomas Tuma vom Focus ist begeistert und widmet ihm einen Beitrag unter der Überschrift: „Ein paar andere Gedanken zu den Demokratie-Demos gefällig?“

Beide Texte greifen Narrative der AfD auf, ohne sie sich zu eigen zu machen — frei nach dem Motto: „Ich wasch Dir den Pelz, aber ich mach mich nicht nass!“ Die Strategie: Verschleierung von Fakten und ihre systematische Bedeutungsumkehr. Kerngedanke: Eine linksgrüne Minderheit versucht sich einer sich abzeichnenden demokratisch legitimierten rechtsextremen Mehrheit in den Weg zu stellen.

Spahn lässt die Make fallen

Jens Spahn hat sich auf fremdes Territorium vorgewagt: er ist irregulär in Gebiete der AxD eingereist. Er braucht keinen Asylantrag zu stellen. Er lässt einfach die Maske fallen.

Ich weiß nicht, ob ihn die CDU wieder zurücknimmt, wenn er kein Bleiberecht haben sollte. Ich finde, er sollte bleiben.

Weil ich für Klarheit im politischen Diskurs bin, fasse ich zusammen:

Mir ist so rosa

Ich habe mir heute sogar rosa Tulpen gekauft. Tulpen?

„Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.“ schrieb Gertrude Stein 1913. Wie in einem Spiegelkabinett reflektiert in diesem Satz die Rose die Rose die Rose die Rose. Das ist anders, wenn ich auf eine Rose zeige und sage: “Das ist eine Rose“. Der sprachliche Begriff „Rose“ spiegelt dann nicht die tatsächliche Rose, er ist nur ihr Platzhalter. Das ist mit dem Begriff „Rosa“ nicht anders. Er eignet sich hervorragend dazu, Klischees in sich aufzunehmen, die mit der Farbe „Rosa“ nichts zu tun haben.

Der Hype um das rosafarbene Trikot der Nationalmannschaft hat mir das vor Augen geführt.

Gendern verboten: “Mia san mia”

„Mia san mia“: Was für den FC Bayern gilt, kann für die Landesregierung nicht verkehrt sein. Thomas Müller findet für das Selbstverständnis, das damit einhergeht, ein interessantes Bild: „…bei dem Ursprungs-Bajuwaren die breite, behaarte Brust: die kann man sich da vielleicht vorstellen, die schweißgebadet am Ende die Trophäe hochhält.“

Ich stelle mir die Brustbehaarung von Markus Söder vor und verstehe sofort, was er meint, wenn er sagt: „Wir brauchen – da sind wir geläutert – keine weiteren Quoten in der Partei“. Mit „wir“ meint Söder natürlich die Männer.