Alexander Selchow ist in meiner Heimatstadt zur Schule gegangen. Ich habe ihn nicht gekannt. Er war fünfzehn Jahre jünger als ich.
In der Neujahrsnacht 1990/91 wurde er im Alter von 21 Jahren von zwei rechtsextremen Tätern niedergestochen. Er war auf dem Weg nach Hause gewesen. Er trug schwarze Klamotten und galt als „Gruffti“. Er hatte was gegen Nazis. Mit seiner Clique geriet er immer wieder mit ihnen aneinander. Gewaltsamen Konflikten aber ging er, so sagen seine Freunde, gewöhnlich aus dem Weg.
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„Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.“
Ich weiß: Wenn ich im Zusammenhang mit dem Besuch von Friedrich Merz bei Donald Trump den Psalm 110,1 zitiere, ist das völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Donald Trump ist ja nicht der liebe Gott. Er hält sich bloß dafür. Oder zumindest für gottgleich. Und damit erhebt er sich über alle völkerrechtlichen Grundsätze.
Trump zettelt Kriege an, lässt Minderheiten im eigenen Land verfolgen, schreddert die Klimapolitik, versucht Wahlen zu manipulieren und erpresst andere Länder. Ich frage mich: Was sagt man als Politiker zu einem solchen Narzissten, wenn man mit ihm verhandeln will?
Das Gewehr im Rücken
Was passiert gerade im Iran?
Da sind — bildlich gesprochen — zwei Schurken, die einen anderen Schurken zur Strecke bringen wollen. Die heißen Trump und Netanyahu. Das sieht für mich aus wie der Anfang eines Bandenkrieges. Und in diesem Krieg taugen die, auf deren Territorium sich der Krieg abspielt, allenfalls als Geiseln.
„Glücklich der, der ein Symptom hat!“
Das „gesunde Volksempfinden“, der „gesunde Menschenverstand“ — eben alles, was als „normal“ gilt — ist das, woran Populisten appellieren. Das ist zwar anonym und unbestimmt, aber es beinhaltet den Anspruch auf Ausschließlichkeit. Heidegger qualifizierte es als etwas, das sich „faktisch in der Durchschnittlichkeit dessen [hält], was sich gehört, was man gelten läßt und was nicht“. Es zeichnet vor, „was gewagt werden kann und darf “ und „wacht über jede sich vordrängende Ausnahme“.
„…überlassen Sie dieses Land nicht den Schreihälsen und den Algorithmen…“
Das war eine bemerkenswerte Rede von Michel Abdollahi beim “Prozess gegen Deutschland” im Thalia-Theater. Er fragte: „Wer ist der eigentliche Hauptangeklagte heute Abend? Ich sage Ihnen: Es ist die Bequemlichkeit der sogenannten Mitte… Wir haben geglaubt, die Demokratie sei ein Erbe, dass man einfach nur im Tresor liegen lassen muss…“.
Die Rhetorik der Populisten
Unter dem Titel „Prozess gegen Deutschland“ debattierten in den vergangenen Tagen rund 30 Expert*innen unter der Regie von Milo Rau auf der Bühne des Thalia Theaters über ein mögliches AfD-Verbot.
Unter den Rednern war auch Kolumnist Harald Martenstein. Die Rede hätte er sicher auch unter stürmischen Beifall auf einem einem AfD-Parteitag halten können. Die rechten Medien waren jedenfalls begeistert.
Er beherrscht ihre Rhetorik:
„Do the Dont’s“
Habe ich gestern im Schaufenster gesehen und dachte: Das muss ich fotografieren.
Machen wahrscheinlich alle, die das sehen.
Und dann kaufen die das T-Shirt und haben getan, was andere von ihnen wollten. Dabei sollen sie doch tun, was sie nicht tun sollten.
„Die Macht der weniger Mächtigen beginnt mit Ehrlichkeit…“
Seit Wochen geht mir die Debatte um Donald Trump auf die Nerven. Über jedes Stöckchen, das er hinhält, springen Politik und Medien. Dabei kaschieren seine Lügen nur die Wirklichkeit.
Der kanadische Ministerpräsident Mark Carney hat auf dem Weltwirtschaftsforum eine bemerkenswerte Rede gehalten…
Wie kriegt man einen Nagel in die Wand, wenn man keinen Hammer hat?
Das ist ganz einfach: Feindbilder produzieren, bis die Frage nach dem Hammer verschwunden ist.
Wie das geht?
Friedrich Merz hat zum Problem erklärt, dass sich immer mehr Leute krank melden. Dann ist nicht mehr die Krankheit das Problem, sondern dass die Leute sich krankschreiben lassen.
Wikipedia hat Geburtstag
Heute wird Wikipedia 25 Jahre alt. Im deutschsprachigen Raum gab es Wikipedia zum ersten Mal am 16. März 2001.
Im April 2008 habe ich auf Wikipedia meine ersten Artikel verfasst. Nichts von dem, was ich geschrieben habe, blieb ungeprüft. Jede*r konnte Korrekturen anbringen und meine Quellen prüfen. Das einzige Ziel war, eine transparente Informationsquelle zu schaffen, die nicht sekundäre Interessen verfolgt, sondern abbildet, was zu dem betreffenden Lemma gewusst wird.