Ist das Asylrecht „Humanitätsduselei“?

Die 16 „Ein-Sätze“, die ich in den letzten Wochen gepostet habe, markieren geistesgeschichtliche Positionen, auf die mehr oder weniger unsere demokratische Grundordnung zurückgeht. Ich habe sie unkommentiert gelassen.

Mit dem 15. Ein-Satz möchte ich hier aber eine Ausnahme machen und ihn kommentieren, weil er — obwohl er lapidar klingt — zentral ist für alles andere.

Wie Weltanschauungen entstehen

Der Begriff „Weltanschauung“ taucht das erste Mal 1790 bei Immanuel Kant auf und bezeichnet das Vermögen, die Welt in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen und in sprachliche Begriffe zu fassen. Eine Weltanschauung ist folglich sowohl das Ergebnis sinnlicher Wahrnehmung, als auch sprachlicher Reflexion. Je nachdem, wie sie sprachlich verfasst ist, verändert sich auch das, was sich der Wahrnehmung verdankt.