Ich entschuldige mich ausdrücklich bei Friedrich Merz, dass er das alles so gesagt hat!

Das ist so schräg, dass ich es nicht glauben kann: Es geht um Milliardenpakete und eine Grundgesetzänderung, für die es im Bundestag die Zustimmung der Grünen braucht.

Und was macht Friedrich Merz? Er spricht auf den Anrufbeantworter der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann: Man könne ja in dem Antrag irgendwo noch das Wort „Klima“ unterbringen.

Was für ein Deal!

Ich hätt‘ mal ’ne kleine Anfrage. Mit mindestens 551 Fragen.

Robert Habeck hatte im Bericht aus Berlin am 12.01.2025 gesagt: Die Vorschläge der Union sind null gegenfinanziert. Naja, die Union war ja im Wahlkampf! Da geht es um Stimmen und nicht um Geld.

Jetzt aber: Eine Billion (!) Schulden am Haushalt vorbei. Im Eiltempo. Hat die Union vor ein paar Tagen noch kategorisch abgelehnt. Aber was soll’s: Es hat sich ja soviel geändert!

Und was hat sich geändert? Die Weltlage? Die Klimakrise? Die Bedrohung durch den Rechtsextremismus? Entschuldigung! Klimakrise und Rechtsextremismus stehen gar nicht auf der Agenda!

Deutschland zurück aus dem Fronturlaub?

Alle sprechen von Aufrüstung, Sondervermögen, Lockerung der Schuldenbremse. Die FAZ titelt: „Deutschland ist zurück aus dem Fronturlaub“. Ehrlich gesagt: Darauf könnte ich verzichten!

Gut: Es geht um die Verteidigung unserer Freiheit. Der Menschenrechte. Dazu gehört allerdings auch das fundamentale Recht auf körperliche Unversehrtheit. Und das ist an der Front nicht zu haben. Das führt in eine moralische Zwickmühle.

Über den Ausbruch des ewigen Weltfriedens

Ich habe keine Ahnung, wie man Frieden und Freiheit schützen kann.

Ich frage einfach den Frauenarzt Dr. Prätorius:

„Natürlich könnte man jeden Krieg verhindern: ein internationales Abkommen, das bestimmt, dass die Staatsoberhäupter und Diplomaten der Krieg führenden Mächte im vordersten Schützengraben zu liegen haben, würde den Ausbruch des ewigen Weltfriedens zur Folge haben…“

„Habt ihr eigentlich alle den Arsch offen?!“

Leo Fischer, Autor des Satiremagazins „Titanic“, kommentiert in der Frankfurter Rundschau die „kleine Anfrage“ der Union im Bundestag. Ich zitiere:

„Mit einigem Getöse haben die Unions-Fraktionen im Bundestag der scheidenden Bundesregierung eine Kleine Anfrage gestellt. Genauer gesagt, eine große. 551 Fragen lang ist der Text, der die „Neutralität“ von Vereinen, NGOs und Menschenrechtsorganisationen infrage stellt. Es geht um deren Finanzierung, staatliche Zuwendungen – vor allem aber um „Parteipolitik“. Der Hintergrund: Die CDU/CSU ist sauer, dass NGOs im Wahlkampf zu Protesten gegen ihre Abstimmung mit der AfD aufgerufen hatten, und möchte diese jetzt dafür bestrafen…“

Vom Leben in finsteren Zeiten

Als ich dieses Foto in der neuen ZEIT gesehen habe, hat es in meinem Kopf gebrannt. Auf dem Foto ist im Hintergrund so etwas wie ein Inferno zu sehen und vorne schiebt jemand auf einem Golfplatz in Seelenruhe eine Golfkugel ins Loch. So ähnlich kann man sich vorstellen, was gerade in der Welt passiert.

In den USA findet ein Staatsstreich statt, ohne dass es eine riesige Protestbewegung gibt. Der Historiker Timothy Snyder schreibt: „Hätte eine Gruppe bewaffneter Männer mit merkwürdigen Symbolen die Regierungsgebäude gestürmt, hätten die Amerikaner dies als versuchten Staatsstreich erkannt…“, sie hätten reagiert, wären dagegen auf die Barrikaden gegangen und der Staatsstreich wäre gescheitert.

Im Huckepack ins Kanzleramt?

Der Bundestagswahlkampf hat etwas von einem Glücksspiel: Es wird gepokert um die größten Zustimmungswerte. Und wer pokert, der interessiert sich nicht für Inhalte. Er selbst will nur weiterkommen. Koste es, was es wolle.

Ich hab den Weg zum Bundeskanzleramt mithilfe eines Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiels mal nachgebaut. Eigentlich ganz einfach. Die Farben der Spielfiguren: CDU schwarz, SPD rot, FDP gelb, Linke magenta, Grüne natürlich grün.

Warum sind es eigentlich immer Männer, die mit ihren Autos in Menschenansammlungen rasen?

Ich finde es auffällig, dass es meistens Männer sind, die terroristische Attentate verüben. Oder Femizide begehen. Oder auch nur andere Menschen herabsetzen und das letzte Wort behalten wollen. Warum spricht niemand darüber? Aber alle sprechen über mordende Migranten.

Aber nicht Migranten oder Männer sind das Problem, sondern die Vorstellungen von Menschlichkeit und Männlichkeit, denen sie folgen. In der Soziologie gibt es einen Begriff, der beschreibt, woher diese Vorstellungen kommen: Der Begriff der „hegemonialen Männlichkeit“. Der Mann ist sozial dominant. Vor allem gegenüber Frauen.

Eine Orange, ein Kreuzritter, ein Bankkonto und ein Erlöser

Was ist das für eine Truppe, die sich auf den Weg gemacht hat, um in Europa und Deutschland für Recht und Ordnung zu sorgen?

Donald Trump ist der Kopf der Truppe und nicht mehr als eine sprechende Orange. Damit hat er es immerhin zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gebracht.

Pete Hegseth ist sein Verteidigungsminister und die Inkarnation des Kreuzritter-Tattoos, das er auf der Brust trägt. Er ergänzt es durch das „Deus vult“ auf dem Arm, ein Kreuzzugs-Schlachtruf aus dem Mittelalter, um Muslime aus dem Heiligen Land zu vertreiben.

Wie Beziehungen die Welt verändern

Sean Scully (*1945) ist einer der bekanntesten Vertreter der Farbflächenmalerei. Er verbindet in seinem Werk europäische und amerikanische Bildtraditionen.

Er malt farbige, horizontale und vertikale Streifen auf seine Bilder. Dabei entwirft er bildnerische Ordnungen, durch die sich Beziehungen zwischen den Farben herstellen. Sie können sich wahlweise anziehen, abstoßen, angleichen, verstärken, verschwimmen, abgrenzen, klingen, vibrieren, unterstützen oder widersprechen.