Gestern habe ich die „RosebuschVerlassenschaften“ besucht. Das ist ein Kunstprojekt in der Turbinenhalle eines ehemaligen E-Werks in Hannover, in dem tonnenweise industrielle Güter der früheren Conti-Werke zusammengetragen worden sind: Eisenteile, Gummischläuche, -reifen und -matten, Gitterwagen und Regale, Riemen, Taue, Schuhe, Matallpritschen…
Autor: Peter
„Mein lieber Schwan!“
Der Spruch stammt aus der Oper Lohengrin von Richard Wagner. Muss man wahrscheinlich wissen. Ich wußte es nicht.
Ich habe mich vor Richard Wagner immer gedrückt. Und dann war ich gestern in Lohengrin! Ich muss gestehen: Ich habs genossen. Die Musik hat was Verführerisches.
Obwohl in ihr der ganze Müll steckt, den sich die Nationalsozialisten angeeignet haben.
Können wir nicht einfach Fakten sprechen lassen?
Muss man sich denn über alles, was passiert, verständigen? Machen wir doch einfach einen Faktencheck!
Ich habe letzte Woche eine interessante Erfahrung gemacht über das, was wir „Wirklichkeit“ nennen und gewöhnlich für gegeben halten. Ich war in einer Ballettaufführung. Ich habe erstmal nichts mit dem anfangen können, was ich gesehen habe.
War da nicht irgendwas mit CO2?
Zwei Meldungen in den letzten zwei Tagen:
1. Meldung: Verkehrsminister Wissing will das Strassennetz weiter auszubauen, weil das Auto in den kommenden 15 Jahren mit 69 Prozent des Individualverkehrs das vorherrschende Verkehrsmittel bleibt. „Mmh“, denke ich, „war da nicht irgendwas mit CO2?“
Wie entsteht rassistische Gewalt?
Gestern bin ich durch einem erschütternden Artikel an die Geschichte von Ramazan Avcı erinnert worden, der am 21. Dezember 1985 von Neonazis zu Tode geprügelt wurde.
Rassistische Gewalt hat eine politische, eine juristische und eine psychologische Dimension. Meistens hören wir nach den ersten beiden Dimensionen auf. Wie rassistische Gewalt entsteht, haben wir dann noch nicht verstanden.
„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“
Dieser Satz ist aus der Mode gekommen. Er wird Bertolt Brecht zugeschrieben, stammt aber aus dem Buch „The people, Yes“ von Carl August Sandburg:
„Der Erste Weltkrieg kam, und seine Kosten wurden dem Volk auferlegt.
Der Zweite Weltkrieg – der Dritte – was werden die Kosten sein?
Und wird er dem Volk zurückzahlen, was es bezahlt? …
Wir hebeln das Asylrecht aus – Küsschen!
„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ hieß es 1949 im Grundgesetz. Noch vor Kurzem hat Scholz im Bundestag gesagt: Das Asylrecht sei eine Konsequenz aus der „Tragödie des Faschismus und des Nationalsozialismus“ und biete denjenigen, die politisch verfolgt werden, in Deutschland Schutz. „Das steht in unserem Grundgesetz. Und das stellen wir nicht zur Debatte.“
Und jetzt?
Stein sein
Ich steuere eine Wiese im Park an und will wissen, wie es ist ein Stein zu sein. Ich lege mich auf die Wiese in die untergehende Sonne, schließe die Augen und schere mich nicht um das, was um mich herum passiert. Das Rauschen der Bäume ist mir ebenso egal wie das Zwitschern der Vögel in der Luft, der entfernte Verkehrslärm, die Schritte der Spaziergänger, das Quaken der Enten, ihr Plätschern im Teich oder ihr Flügelschlag. Ich liege auf der Wiese und die Welt berührt mich nicht.
Söder im Pelzrock
Söders Lieblingsbild ist das „Selbstbildnis im Pelzrock“ von Dürer. Wahrscheinlich hat Söder deswegen jetzt auch einen Bart. Ich stelle mir „Söder im Pelzrock“ vor, der Dürer zitiert: „Was alle Welt für recht schätzt, das halten wir für recht.“
So spricht er nicht? Im Vorfeld des CSU-Parteitages hat er der Augsburger Allgemeinen ein Interview gegeben. Er inszeniert sich als Volkstribun. Und das geht in drei Schritten.
Der Wind dreht sich, wenn wir uns drehen!
Gestern hatte ich einen Beitrag über den Auftritt von Viktor Orban im Europaparlament gepostet. Im Parlament hatten Abgeordnete aus Protest das Lied „Bella Ciao“ gesungen — eine Hymne der italienischen Resistenza.
Ich hatte den Beitrag daher mit einer Aufnahme dieses Liedes aus dem Jahr 2001 unterlegt, in dem es Hannes Wader und Konstantin Wecker gemeinsam zur Aufführung brachten.
Ein Kommentar hat mich auf ein anderes Lied von Konstantin Wecker aufmerksam gemacht, in dem „Willy“, ein Antifaschist, in einer Auseinandersetzung mit Neonazis zu Tode kommt. Diese Aufnahme hat mich umgehauen.