Sprache

Es mag eine Strategie der Rechtsextremisten sein, in einer 180-Gradwendung jene Begriffe auf ihre Gegner zu projizieren, mit denen sich ihr eigenes Programm charakterisieren lässt: Diktatur, Ausschaltung der Opposition, Faschismus. In einer vornehmlich gegen die Grünen gerichteten parteiübergreifenden Kampagne findet sich ihre Polemik wieder in Vokabeln wie: Verbotspolitik, Ideologie oder Wahnsinn.

Vom Verschieben moralischer Grenzen

Ich hatte die umstrittene Talkshow von Maybrit Illner am 15.2. mit Storch und Wagenknecht nur kurz eingeschaltet. Die Diskussion nahm gerade eine entscheidende Wendung, als Beatrix von Storch von der Spiegel-Redakteurin Amann mit einem Facebook-Eintrag konfrontiert wurde, in dem Storch 2016 erklärt hatte, dass man gegen Asylberber*innen an der Grenze auch Schusswaffen einsetzen könne.

Über Rassisten, Täter und Trittbrettfahrer

„Wir müssen endlich im großen Stil abschieben“, hatte Olaf Scholz am 20.10.2023 im Spiegel gesagt und fast zeitgleich pöbelte Friedrich Merz im Fernsehen gegen Migrant*innen. Drei Monate später deckte Correctiv das Geheimtreffen von Rechtsextremisten und ihre Deportationspläne auf. Das hatte eine in Deutschland noch nie dagewesene Massenbewegung gegen Rechts ausgelöst.

Zeichen des Widerstands

Heute, am Gedenktag für die Opfer des Holocaust, gedenke ich auch meines Großvaters Hans Buttersack. Er starb am 13. Februar 1945 im Alter von 65 Jahren im Konzentrationslager Dachau an Fleckfieber, einer Krankheit, die von Läusen übertragen wird und sich unter mangelhaften hygienischen Bedingungen epidemisch ausbreiten kann. Die haben in dem völlig überfüllten Lager geherrscht und dort täglich bis zu 150 Häftlingen das Leben gekostet.

Die Zukunft ist jetzt!

Und schon wieder sind sie auf den Zug aufgesprungen: Ich habe keine Ahnung, was ich von dem neuen Bundeshaushalt halten soll. Aber dass die CDU als neuralgische Punkte die Migrantinnen und die Bürgergeldempägerinnen identifiziert, ist einem Bedrohungsszenario entliehen, das Rechtsextremisten entworfen haben.

Nicht alle Nazis, Herr Merz?

Die Wählerinnen und Wähler der AfD seien nicht alle Nazis, sagt Friedrich Merz. Ich frage mich: Was sind sie dann? Jemand, der eine Partei wie die AfD wählt, die völkische Ideologien und rassistisches Gedankengut vertritt, ist kein Nazi, sondern…? Protestwähler? Wutbürger? Mitläufer? Irrläufer? Werden jetzt schon diejenigen unsichtbar gemacht, die hinterher sagen werden: Ich habe von allem nichts gewußt?

Es ist 5 vor 33

Drei Beobachtungen in der letzten Stunde:

Auf der Demonstration in Frankfurt, so lese ich in der TAZ, hält ein Mann ein Pappschild in die Höhe mit der Aufschrift: „Es ist 5 vor 33“.
Ein Junge hat auf sein Schild geschrieben: „Wir sind alle anders“.
In einem Kommentar zu einem Beitrag auf LinkedIn über die Wannseekonferenz lese ich, man müsse doch endlich die Vergangenheit hinter sich lassen und vorwärtsschauen.