Demokratie versus Diktatur

Anders als der einzelne Fisch, der sich in einem Schwarm bewegt, zeichnet sich der einzelne Mensch vor allem dadurch aus, dass er sich von anderen Menschen in seiner Einzigartigkeit unterscheidet. Er kann sich mit anderen Menschen nur verständigen, weil er von ihnen verschieden und in dieser Verschiedenheit auch einzigartig ist.

Verbal „abrüsten“? Auf keinen Fall!

Ein Tag nach dem Attentat auf Trump.

Alle sagen, man müsse verbal abrüsten. Alle sagen es. Weltweit. Es sickert durch alle Posts in den sozialen Medien. Biden sagt es. Scholz sagt es auch. Der König von Sowieso sagt es sowieso. Merz sagt es. Söder sagt es. Alle sagen unisono: Wenn wir nicht verbal abrüsten, dann…! Ja…! Was dann?

Die Macht der Bilder

Was ist hier los?

Trump wird angeschossen und unmittelbar danach erscheint ein scheinbar sorgfältig komponiertes Foto im Netz: Trump erhebt sich aus dem Umfeld der ihn umgebenden Menschen und ballt die Faust gegen den blauen Himmel, vor dem die amerikanische Flagge weht. Das Bild wirkt so, als ziehe er in den Kampf. In Wirklichkeit ist er gerade einem Attentat entkommen.

Kopf oder Bauch?

2 Meldungen gestern, die ich ganz unterschiedlich aufgenommen habe:

Die 1. Meldung:
Sachsens Innenminister Schuster fordert im Einklang mit Friedrich Merz „dringend einen Asylzugangsstopp, und zwar radikal“ inklusive „strengere Grenzkontrollen, Abschiebungen nach Afghanistan, den Aufbau von Bundesausreisezentren“ und eine „Abschiebeoffensive für Mehrfach- und Intensivstraftäter, die sofort beginnt“. Vordergründiger Anlass ist der Tod eines 20-Jährigen in Bad Oeynhausen, der mutmaßlich von einem 18-jährigen Syrer angegriffen wurde.

Was wir nicht ergriffen haben, werden wir nicht begreifen können.

Ich weiß nicht, ob Höcke dumm, Chrupalla unterbelichtet oder Weidel einfältig ist, auch wenn dafür Einiges spricht. Jenseits des Reflexes, sie so zu qualifizieren, stehen sie für ein Programm der Selbstüberhöhung und Diskriminierung. Sobald die Rechtsextremen allerdings selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, kehren sie den Spieß um und inszenieren sich als Opfer von Diskriminierung und Unterdrückung.

2:0 gegen die AfD

Fußball ist Fußball. Und Deutschland hat gegen Dänemark gewonnen. Das hat mit der von den Rechten ausgelösten und parallel geführten Debatte um Diversität und Anerkennung in unserer Gesellschaft nichts zu tun.

Aber in der Halbzeitpause werde ich eines Besseren belehrt, noch bevor das erste Tor gefallen ist. In den Nachrichten erfahre ich: Die AfD spielt nicht mit. Ihr ist die Nationalelf zu divers, zu bunt, zu wenig deutsch.

Es gibt keine Fußballspiele mit Migrationshintergrund.

Irgendjemand hat mich dank meines Piratentuches, mit dem ich mich vor der Sonne schütze, als Pirat bezeichnet. Das bin ich aber nicht. Ich biete lediglich die Projektionsfläche für die Klischees anderer Leute.

Das war auch mit dem Tweet von Katrin Göring-Eckhardt über die deutsche Nationalmannschaft so. Der löste einen Shitstorm aus, nachdem sie getwittert hatte: „Diese Mannschaft ist wirklich großartig. Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler!“ Es wurde ihr u.a. weißer Rassismus vorgeworfen. Ihr Tweet war aber lediglich die Projektionsfläche für die Phantasien anderer Leute.