Demokratie

Die Hauptfigur in Ferdinand von Schirachs Buch „Regen“, ein Schriftsteller, sagt über Demokratie:

„Eine Demokratie ist zwangsläufig das Gegenteil von Mystik und Geheimnis. Sie muss es sein. Je besser sie für uns wird, desto mehr besteht sie aus Fragen, aus immer engeren, immer kleinteiligeren Fragen, aus hunderten und tausenden Kompromissen. Und vor allem aus einem: aus Ambivalenz. Das ist das Schlüsselwort unserer Zeit: Ambivalenz. Es ist heute nicht mehr möglich etwas zu sagen, ohne sofort das Gesagte wieder in Frage zu stellen.“

Warum Friedrich Merz eigentlich nicht mehr als ein Geldschein ist.

Unternehmen sollen nach dem Wunsch von Friedrich Merz steuerlich entlastet und das Bürgergeld abgeschafft werden. Und warum? Arbeit soll sich wieder lohnen! Die Deutschen, dieses faule Pack, betrachten Arbeit nur als „eine unangenehme Unterbrechung ihrer Freizeit.“ Deswegen sagen „in jedem zweiten Betrieb die Mitarbeiter: ‚Ich gehe jetzt ins Bürgergeld.‘“ Sagt Merz.

Über Zahnlücken und Brandmauern

Zwei Meldungen in den letzten zwei Tagen, die einen ungewollten Zusammenhang haben:

In der ersten Meldung geht es um einen AäfD-Mann mit einer Zahnlücke, der sich um die Mitgliedschaft im Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bemüht hat (das ist jetzt kein Scherz!). Olaf Kappelt von der AäfD (links) hatte sich eine Perücke aufgesetzt und sich beim BSW unter dem Namen Hans Kappelt vorgestellt (rechts). Das Ganze ist dokumentiert, weil ein Filmteam des ZDF für Dreharbeiten zu dem Film „Inside Bündnis Wagenknecht“ dabei war. Aufgeflogen ist er wegen seiner Zahnlücke.

Über Machtergreifungen

Was für ein Schmierentheater: Die AäfD nutzt die konstituierende Sitzung des Thüringer Landtags für ein Schauspiel, in dem sie sich als Opfer der „Kartellparteien“ inszenieren will. Der Alterspräsident des neuen Landtags, Jürgen Treutler von der AäfD, sagt, es gebe „in gewissen Teilen der politisch-medialen Elite“ eine „offenkundige Verachtung des Volkes, eine Verachtung des demokratischen Souveräns, die mit der politischen Kultur der freiheitlich-demokratischen Ordnung nicht vereinbar ist“.

Rechtsrock: Der Soundtrack für rassistische Gewalt

Vielleicht ist es unfair, Tino Chrupalla an seiner intellektuellen Begrenztheit zu messen. Er selber hat sich damit allerdings ins Spiel gebracht. Chrupalla: „Wir möchten, dass wieder mehr deutsche Volkslieder gelehrt werden, dass deutsche Gedichte gelernt werden.“ Und was ist sein Lieblingsgedicht? „Ist ähm … Da müsste ich jetzt mal überlegen, fällt mir jetzt gar keins ein.“ Im „Sommerinterview“ dann die simple Frage: „Herr Chrupalla, welches Buch sollte nach Ihrer Meinung jeder gelesen haben?“ Gemeine Frage, nicht? Chrupalla: „Ja, es gibt unterschiedliche Bücher.“ Ähm…?