Dobrindt auf Entzug

Alexander Dobrindt ist mit dem wissenschaftlichen Zwischenbericht über die Cannabis-Legalisierung nicht zufrieden. Er hatte das Gesetz zur Teil-Legalisierung von Cannabis einen „vollkommenen Rohrkrepierer“ und ein „richtiges Scheiß-Gesetz“ genannt. Das steht in dem Bericht nicht drin.

Zwei Jahre nach der Teillegalisierung zieht eine gesetzlich beauftragte Forschergruppe stattdessen eine positive Bilanz. Der Bericht der Wissenschaftler muss für ihn so etwas wie ein Entzug gewesen sein. Dobrindt wirft den Wissenschaftlern also vor, „ein vollkommen verzerrtes Bild der Realität“ wiederzugeben.

Da kann man sich doch fragen: Wie kommt es dazu? Wie ist eigentlich das Verhältnis von Bild und Realität?

Dieses Verhältnis hat Rene Magritte auf dem Bild mit dem Titel „La trahison des images“ (wörtlich: „Der Verrat der Bilder“) dargestellt. Darauf ist eine Pfeife abgebildet und darunter der Schriftzug „Ceci n’est pas une pipe“ (französisch für „Dies ist keine Pfeife.“).

Wie ist das zu verstehen?

Das Bild einer Pfeife erfüllt nicht die Eigenschaften einer realen Pfeife: Man kann es weder stopfen noch rauchen. Kurz: Es behauptet etwas, was es nicht zur Darstellung bringen kann. Das nennt man dann „ikonische Differenz“.

Das sieht Dobrindt anders. Für ihn ist das Bild, das er im Kopf hat, Realität. Selbst dann, wenn Wissenschaftler über die Realität etwas herausgefunden haben, das damit nicht übereinstimmt.

Klar: Das kann passieren.

Wer weiß, was er geraucht hat.

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