Ikonen

DAS VERSCHWINDEN DER BILDER
„Icons“, zu deutsch: „Ikonen“, sind in der Kulturgeschichte eigentlich Heiligenbilder und Gegenstand der Anbetung. Im 20.und 21. Jahrhunderts sind Icons in ihrer ursprünglichen Bedeutung als „Bild“ oder „Abbild“ symbolische Handlungsanweisungen und vor allem im Internet verbreitet. So kann man mit einem Plus ein Navigationsmenü öffnen, mit einem Kreuz kann man es schließen. Diese Symbole verhalten sich so, als seien sie die Fortsetzung der analogen Welt: Wenn wir einen Raum betreten wollen, öffnen wir eine Tür, wenn wir ihn verlassen, schließen wir sie hinter uns. Das aber, was das digitale Icon damit behauptet, gibt es gar nicht. Hinter der vermeintlichen Tür, die man mit ihm öffnet oder schließt, befindet sich kein wirklicher Raum, sondern lediglich ein Algorithmus. Die digitalen Medien operieren im Modus des Analogen, als seien sie die Fortsetzung der analogen Welt - tatsächlich aber, so formuliert Baudrillard, bringen sie sie zum Verschwinden.

Das ändert sich, sobald die Icons in einen künstlerischen Kontext überführt werden. Das ist in der folgenden Bildserie geschehen, in der Icons aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst und auf Büttenkarton übertragen wurden. Sobald sie nicht mehr als symbolische Handlungsanweisungen oder als Türöffner taugen und ihre symbolische Funktion eingebüßt haben, werden sie als Bilder sichtbar. Man kann dann nichts anderes mit ihnen machen, als ihrer Erscheinung nachzugehen.

Icons

Acryl auf Büttenkarton, jeweils 61x46 cm bzw. 46x61 cm, 2023

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