Söders Strohhalm

Friedrich Merz hat gestern seine Rede auf dem CSU-Parteitag mit den Worten eingeleitet: „Wir werden wahrscheinlich erst im Abstand von vielen Jahren die Dimensionen dessen verstehen, was wir in der Welt erleben…“ Es stehe nichts weniger auf dem Spiel als: Frieden, Freiheit und die Offenheit unserer Gesellschaft.

Es steht also gewissermaßen viel auf dem Spiel!

Die CSU hat das bereits erkannt und reagierte gestern mit zwei Beschlüssen:

Erstens: Bei gesellschaftlichen Anlässen wie der Verleihung von Schul- und Berufsabschlüssen soll künftig verpflichtend die Nationalhymne gespielt werden (KEIN SCHERZ!), weil sie „ein Symbol für demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt ist“.
Zum Glück habe ich meinen Schul- und Berufsabschluss schon hinter mir. Aber andere singen bestimmt mit. Vielleicht sogar die erste Strophe.

Zweitens: Die EU-Pflicht zu befestigten Flaschendeckeln soll abgeschafft werden (KEIN SCHERZ!). Noch im Juli hatte Markus Söder gegenüber der ZEIT erklärt, die EU gefährde jeden Tag seine Gesundheit, „indem sie Plastikdeckel an den Flaschen befestigt hat. Jeden Tag hängt mir der Plastikdeckel im Auge, wenn ich meine Cola light trinke.“ (KEIN SCHERZ!)

Jetzt verstehe ich erst, woher der Spruch stammt: „Das kann ins Auge gehen!“ Auf jeden Fall braucht Söder jetzt keinen Strohhalm mehr, an den er sich klammert.

Ich weiß nicht genau, warum mir zu diesen Beschlüssen statt der Nationalhymne das Lied von Queen einfällt:

I want to break free
I want to break free from your lies
You’re so self-satisfied, I don’t need you
I’ve got to break free
God knows, God knows I want to break free!

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