Man stelle sich vor, das sagt Friedrich Merz als Mitglied einer christlichen Partei im Bundestag, während er eine Regierungserklärung abgibt.
Sagt er aber nicht. Das war Papst Leo XIV..
Der verurteilte bei seinem Besuch in Kamerun jede Form von Kriegstreiberei. Die Welt werde „von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten“.
Die Brüder und Schwestern der CDU/CSU wird er damit nicht gemeint haben. Die wollen die Politik ja aus der Kirche raushalten.
Papst Leo sagt aber schließlich noch — unüberhörbar an Trump gerichtet, der sich als Heiliger inszeniert hat: „Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen.“
Zu radikal?
Nein. Das ist Haltung.
Und eine solche Haltung führt zu ganz anderen politischen Prioritäten: „Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen“, sagt der Papst. Für Tod und Verwüstung würden „Milliarden Dollar verbraucht“, während die Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau fehlten.
Genau so ist es.
Ich stelle mir das gerade ein entsprechendes Regierungsprogramm vor. Es ginge nicht um Sparpakete für Gesundheit, Inklusion, Rente oder Bürgergeld, sondern um ein politisches Programm, dass sie sicherstellt.
Ich muss kein Katholik sein, um das gut zu finden.