„…überlassen Sie dieses Land nicht den Schreihälsen und den Algorithmen…“

Das war eine bemerkenswerte Rede von Michel Abdollahi beim “Prozess gegen Deutschland” im Thalia-Theater. Er fragte: „Wer ist der eigentliche Hauptangeklagte heute Abend? Ich sage Ihnen: Es ist die Bequemlichkeit der sogenannten Mitte… Wir haben geglaubt, die Demokratie sei ein Erbe, dass man einfach nur im Tresor liegen lassen muss…“.

Und dann fährt er fort:

„Totalitarismus ist nicht nur der Moment, in dem die falsche Partei an der Macht ist. Wahrer Totalitarismus bedeutet, dass es keinen Raum mehr gibt. Keinen Raum, in dem du sicher bist. Nicht in deiner Wohnung, nicht in deinem Kopf und schon gar nicht auf einer Theaterbühne wie diese hier…

Diktatur bedeutet das Ende des Gespräches. Es bedeutet die absolute Stille nach dem Schluss. Deutschland ist heute nicht schuldig im Sinne einer Straftat, aber wir sind schuldig der Arroganz zu glauben, dass uns das Schicksal des Irans oder anderer Autokratien niemals treffen könnte.

Wir sind schuldig des Glaubens, dass unsere Freiheit ein Naturgesetz ist. Mein Urteil für diesen Abend: Wir haben keine Zeit mehr für Simulation…

…überlassen Sie dieses Land nicht den Schreihälsen und den Algorithmen. Überlassen Sie es nicht der Stille. Denn wenn die Stille erst einmal da ist, dann ist es für diesen Prozess zu spät. Und fallen Sie nicht auf diese Rechtsradikalen rein, meine Damen und Herren. Die wollen das hier alles abschaffen. Aber das hier ist das Fundament unserer Freiheit. Die wollen das alles abschaffen. Fallen Sie nicht auf diese Faschisten rein, meine Damen und Herren. Fallen Sie nicht auf Ihre Lügen rein. Kämpfen Sie!“

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